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Gemeinsames grenzüberschreitendes Projekt der Stadt Turnov und der Gemeinde Ottendorf-Okrilla „Kleine Naturwissenschaftler ohne Grenzen/Malí přírodovědci bez hranic“

Die Gemeindeverwaltung Ottendorf-Okrilla begrüßt die Initiative der Stadt Turnov, im Herbst 2015 das nächste naturwissenschaftliche Kleinprojekt im Rahmen der Nachhaltigkeit des abgelaufenen grenzüberschreitenden europäischen Projektes Ziel 3/Cíl 3 Gemeinsamer Weg zu den Naturwissenschaften/Společná cesta k přírodním vědám durchzuführen. Geplant ist die Teilnahme von Ottendorfer Oberschülern der 6. Klassen an einem dreitägigen, naturwissen-schaftlichen Workshop in Turnov. Die Gemeindeverwaltung Ottendorf-Okrilla übernimmt die Partnerrolle in dem geplanten Projekt, das nach Absprache beider Kommunalverwaltungen den Titel Kleine Naturwissenschaftler ohne Grenzen/Malí přírodovědci bez hranic“ trägt und das durch den Deutsch-tschechischen Zukunftsfond/Česko-německý fond budoucnosti mitfinanziert wird.

 Die Ziele dieses Kleinprojektes sind:

  • die Motivation deutscher und tschechischer Schüler für die Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Fächern,
  • das Kennenlernen bzw. das Schließen neuer Kontakte und Freundschaften,
  • die Vertiefung des Verständnisses füreinander,
  • die Stärkung des interkulturellen Dialogs durch gemeinsames Agieren in sprachlich gemischten Gruppen während der Projektaktivitäten,
  • die Stärkung der Sozialkompetenzen aller Projektbeteiligten,
  • der Ausbau der Zusammenarbeit deutscher und tschechischer Schulen,
  • die Vertiefung der Städtepartnerschaft zwischen Turnov und Ottendorf-Okrilla.

Programm des Workshops

 

 

Reisebericht zum Projektworkshop in Turnov

Die Oberschüler der Klassen 6a und 6b nahmen vom 23.09. bis 25.09.2015 an dem dreitägigen naturwissenschaftlichen Workshop in der tschechischen Stadt Turnov teil. Voller Erwartungen starteten wir am frühen Morgen des 23.09.2015 unsere Fahrt nach Nordböhmen. Wir wurden in Ottendorf-Okrilla vor dem Rathaus vom Bus abgeholt und fuhren cirka zweieinhalb Stunden über die Autobahn und über Landstraßen nach Turnov. Nach der Ankunft konnten wir unser Quartier in „Das Gelbe U-Boot“, einem Freizeitzentrum für Kinder und Jugendliche, beziehen, dessen Kapitän, Herr Zakouřil, uns willkommen hieß. Kurz darauf aßen wir in der Berufsakademie für Gastronomie/Hotellerie zu Mittag. Danach liefen wir in die Turnhalle, wo wir verschiedene Spiele zum Kennenlernen spielten. Bei einem Spiel stellten wir auf Englisch Fragen zu unseren Vorlieben. Die schnellste unter allen Schülern war Lucia (Klasse 6b), sie gewann einige Süßigkeiten. Nach der Bildung der drei gemischten Gruppen konnte die eigentliche Projektarbeit in den drei naturwissenschaftlichen Stationen beginnen. In der Projektwerkstatt „Mineralogie“ schliffen und polierten wir verschiedene Arten von Steinen. Hierbei wurden wir von Leitern der mineralogischen Arbeitsgemeinschaft beraten. Die zweite Werkstatt wurde den einheimischen Waldtieren gewidmet. Wir hörten uns Tierstimmen an und versuchten zu raten, welchem Tier sie gehörten; wir schauten uns Geweihe oder Federn an und ordneten diese den Waldtieren zu; anschließend gossen wir Tierspurabdrücke aus Gips. Interessant für uns war die technische Werkstatt, in der wir unter der Anleitung eines Physiklehrers die Temperatur von Eis maßen und sogar Sahne-Schoko-Vanille-Eis selbst herstellten. Das Eine oder Andere schmeckte wirklich köstlich. Am Abend spielten wir in der Turnhalle noch ein Spiel, bei dem wir Lieder aus berühmten Filmen erraten sollten. Danach gab es noch eine Disko. Gegen 21.30 Uhr ging der erste ereignisreiche Projekttag zu Ende und wir fielen erschöpft in die Betten.
Am Donnerstag, dem 24.09.2015, standen wir um 7 Uhr auf und gingen zum Frühstück. Danach machten wir alle Frühsport in der Turnhalle, spielten Fußball, Völkerball und „Bulldogge“. Nach dem Mittagessen zogen wir uns schnell um, denn wir fuhren in das technische Freizeit-/Lernzentrum „IQ-Landia, Science Center Liberec“. Dort gab es ganz viele tolle Dinge zu erkunden und zu bewundern. Wir hatten Zeit genug, um alles auszuprobieren. So bildeten wir mit unseren tschechischen Freunden kleine Gruppen und los ging es an die Experimente. Der erste Halt war beim großen Wasserfall im Erdgeschoss. Man konnte auf einem Monitor etwas malen oder schreiben und das Bild erschien dann aus vielen Wassertropfen geformt an einer Wand. Es machte viel Spaß. Auf allen Etagen warteten viele Denkspiele, Kuriositäten, Experimente und interaktive Spiele auf uns: z. B. ein Humanroboter, den wir selbst bedienen durften; eine Trainingsanlage für Astronauten, die einige Mutige von uns testeten; an einer Puppe konnten wir als kleine Chirurgen eine Laparoskopie durchführen; auf einer kleinen Bühne erfuhren wir, wie sich das Erdbeben auf den Stufen von 1 bis 8 der Richter-Skala anfühlt. Als wir wieder zurückkamen, wurden nach dem gemeinsamen Abendbrot die tschechischen Kinder von ihren Eltern abgeholt und wir machten noch eine kleine Stadtführung mit. Danach hatten wir noch die Möglichkeit, zur Entspannung einen Film zu schauen, aber wir entschieden uns, miteinander zu sprechen, sich anders zu beschäftigen, oder einfach zu entspannen. Um 22 Uhr war Nachtruhe. Alle schliefen bald ein. Ein schöner Tag ging zu Ende.
Am Freitag, dem Rückreisetag, besuchten wir abwechselnd eine Galerie und ein Museum. In der Galerie des Böhmischen Paradieses „Granát“ hörten wir uns einen Vortrag zur Förderung, und Verarbeitung des Halbedelsteines „Böhmischer Granat“ an, aus dem seit Jahrhunderten wunderschöner Schmuck hergestellt wird. Zum Abschluss der Besichtigung der Galerie durften wir uns ein paar Granatsteine mitnehmen. Im Museum des Böhmischen Paradieses folgten wir einer Präsentation des Archäologen Herrn Prostředník zur historischen Entwicklung sowie Besiedlung des Böhmischen Paradieses und lernten dadurch auch die archäologischen Fundstätten in der Turnover Umgebung zumindest an der Leinwand kennen. Anschließend sahen wir uns noch die Dauerausstellung dieses Naturkundemuseums an.
Nach den Besichtigungen aßen wir alle gemeinsam zu Mittag, und dann war es soweit, Abschied von unseren tschechischen Freunden zu nehmen. Wir tauschten noch unsere Kontaktdaten aus, packten dann schnell unsere Koffer und fuhren um 14.00 Uhr ab. Netterweise bekamen wir einen kleinen Reiseproviant mit: ein kleines Getränk, ein belegtes Brötchen, eine Banane und eine Waffel. Nach Ottendorf kamen wir pünktlich zurück. Zu Hause erzählten wir unseren Eltern stolz davon, was wir alles erlebt hatten. Die Projekttage in Turnov waren sehr schön. Nun freuen wir uns auf den Gegenbesuch unserer Freunde bei uns in Ottendorf, im Frühjahr 2016!

Die Schülerinnen Loreen, Celina und Lea