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Gemeinde Ottendorf-Okrilla

Wohngebiet Wachberg Süd
Wohngebiet Wachberg Süd

Ottendorf-Okrilla verbindet die Vorteile ländlichen Wohnens mit den attraktiven Möglichkeiten städtischer Ballungszentren und guter Infrastruktur. Die nachhaltige Ansiedlung von Unternehmen und der Zuzug vieler neuer Bürger machen dies deutlich.

Ottendorf-Okrilla grenzt unmittelbar an die Landeshauptstadt Dresden mit ihren vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, Sport- und Kulturangeboten.

Ottendorf-Okrilla gehört zum Landkreis Bautzen. Zur Zeit leben in der Gemeinde ca. 9.900 Einwohner. Der Ort verfügt über attraktive Wohnstandorte und mit dem Hermsdorfer Schloss und Schlosspark über ein kulturhistorisches Kleinod ersten Ranges.

Gewerbegebiet Ottendorf-Okrilla
Gewerbegebiet Ottendorf-Okrilla

Herausragendes Merkmal des Ortes sind jedoch die beiden Gewerbegebiete in den Ortsteilen Ottendorf-Okrilla und Medingen, die mit einer Gesamtfläche von 109 ha und einem Besiedlungsgrad von über 95 Prozent zu den markantesten neuen Gewerbeansiedlungen in Sachsen zählen.

Gewerbegebiet Ottendorf-Okrilla
Sportplatz Hermsdorf

Ottendorf-Okrilla verfügt über Grundschulen und eine Oberschule sowie mehrere Kindertagesstätten. Das kulturelle und sportliche Leben des Ortes wird von ca. 60 Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr gestaltet. Es stehen 3 Sportplätze, ein Freibad und 4 Sporthallen für die körperliche Betätigung zur Verfügung. Die hauptamtlich betreute Gemeindebibliothek mit Außenstellen in den Ortsteilen Grünberg und Hermsdorf verfügt dank kontinuierlicher finanzieller Förderung über einen modernen Medienbestand.

Das Altenpflegeheim der Diakonie mit 70 Plätzen bietet älteren und hilfsbedürftigen Bürgern Raum und Betreuung für ihren Lebensabend.

Teichwiesenbad
Teichwiesenbad

Die Umgebung mit ausgedehnten Wald- und Wiesenlandschaften, die teilweise als Natur- oder Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen sind, bietet aber auch für Naturfreunde reichhaltige Möglichkeiten der Betätigung und Erholung. Besondere Erwähnung verdient das im Ortsteil Hermsdorf gelegen Schloss mit Park und Schlossteich.

 

 

Bibliothek
Bibliothek

Aus der Ortsgeschichte von Ottendorf-Okrilla

Ab 1. Juli 1921 wurde es amtlich, die neue Ortsbezeichnung hieß Ottendorf-Okrilla. Die Dörfer Ottendorf-Moritzdorf, Großokrilla, Kleinokrilla und Cunnersdorf hatten sich zu einer Gemeinde mit rund 4500 Einwohnern zusammengeschlossen und gaben sich diesen neuen Ortsnamen.

Doch schon Jahrzehnte früher ist es zu der Ortsbezeichnung Ottendorf-Okrilla für das Gebiet der eng bei einander liegenden Dörfer gekommen. Die Deutsche Reichspost, einige Fabrikanten und Vereine verwendeten den Doppelnamen zur Unterscheidung von anderen Orten, die auch Ottendorf hießen.

Altenpflegeheim der Diakonie
Altenpflegeheim der Diakonie

Die Vorgeschichte von Ottendorf-Okrilla begann mit den Ortsteilen, von denen der größte Ottendorf und der älteste Okrilla ist.

Zur Gründung von Ottendorf, als deutsche Siedlung, soll es bereits im 12. Jahrhundert gekommen sein. In den Archiven ist dazu noch kein urkundlicher Nachweis entdeckt worden. Überliefert wurde, dass Ottendorf und Grünberg 1346 in einem Bistumsmatrikel unter Kurfürst Friedrich II. der Ernsthafte erwähnt sind. Die Urkunde ist nicht mehr auffindbar. Durch die jahrhundertlange Abhängigkeit Ottendorfs zum Rittergut Seifersdorf wurde vermutet, dass das damalige Waldgebiet zum Vorwerk Seifersdorf gehörte. Die vom Markgrafen eingesetzten ersten Vögte von Waldau überließen fränkisch-thüringischen Siedlern das Gebiet gegen Zins- und Frondienste zur Besiedlung.

Kirche Ottendorf-Okrilla
Kirche Ottendorf-Okrilla

Cunnersdorf entstand etwa zur gleichen Zeit wie Ottendorf. Im Lehnbuch des Landesherrn Friedrich III. der Strenge wurde 1349 Cunnersdorf als zu Hermsdorf gehörig, erstmals genannt und seine Einkünfte Heinrich von Pirna zugeordnet.

Der slawische Name von Okrilla (okryll = Runddorf) ist eindeutig, aber nicht die erstmalige Erwähnung. Sorben sollen vor mehr als tausend Jahren hier gesiedelt und das Dorf gegründet haben. Es existiert eine Originalurkunde mit dem Siegel des Markgrafen Heinrich der Erlauchte von 1282 mit der Ortsangabe ocryll und Hinweis auf Wald und Förster. Ob damit ein Gebietsteil des heutigen Ottendorf-Okrilla gemeint war, wird gegenwärtig noch von Historikern geprüft. Die Bezeichnungen Klein- und Großokrilla wurden im 17. Jahrhundert üblich. Wahrscheinlich durch einen neuen Siedlungsanbau bei Okrilla.

Moritzdorf war die jüngste Ansiedlung. Das Waldgebiet Eibisch und der Gasthof Rink (heute Goldener Ring) gehörten nach 1741 dem sächsisch Premierminister, Graf Heinrich von Brühl. Sein Sohn Moritz teilte das Land in Parzellen und verkaufte diese. Zunächst Neuer Anbau Ottendorf, dann Kleinottendorf waren die Ortsbezeichnungen ehe Karl von Brühl 1824 die amtliche Umbenennung in Moritzdorf, nach dem Namen seines Vaters, beim Sächsischen König erwirkte.

Die Entwicklung der Ortsteile bzw. von Ottendorf-Okrilla war immer mit dem Durchgang bedeutender Verkehrswege verbunden. Dazu gehörten die ehemaligen Fernverbindungen Salzstraße und Böhmische Glasstraße im Mittelalter, im 19. Jahrhundert die Eisenbahnlinie über Königsbrück bis nach Preußen und heute sind es die Staatsstraße 177, die Bundesstraße 97 und die Autobahn A4 . Jahrhunderte lang dominierten die Landwirtschaft und kleinere Handwerksbetriebe zur Versorgung der Einwohner. Die traditionellen Holzköhlereien waren ab dem 17. Jahrhundert eine Besonderheit für Ottendorf. Im Jahr 2010 schloss die letzte aktive Köhlerei.

Die Silhouette von Ottendorf-Okrilla bestimmen zwei markante Punkte: der Kirchturm und das Windrad. 1873 brannte die alte barocke Dorfkirche nach einem Blitzschlag vollständig nieder. Die heutige Kirche der evang.- luth. Gemeinde wurde nach zweijähriger Bauzeit 1875 geweiht. Das moderne Windrad im Gewerbegebiet und die mächtigen Hallenkomplexe künden von einer neuen industriellen Entwicklung des Ortes.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in den Ortsteilen Fabriken. Die Entwicklung zum Industrieort, verbunden mit einer regen Bautätigkeit, begann. 3 Glashütten und 1 Dampfsägewerk in Moritzdorf; 1 Glashütte, 2 Möbelfabriken und eine Maschinenfabrik in Ottendorf; 1 Dampfsägewerk, 1 Möbelfabrik und 1 Glasraffinerie in Großokrilla sowie 2 Möbelfabriken in Cunnersdorf waren die ersten Unternehmen. Natürlich vergrößerte sich dadurch die Anzahl der Einwohner. Fehlende Arbeitskräfte wurden in dieser Zeit durch erhebliche Zuwanderungen aus den östlichen und nördlichen Nachbarländern Sachsens ausgeglichen. Zwischen 1870 und 1900 war die Einwohnerzahl von 1300 auf rund 4000 gewachsen.

Wirtschaftliche und politische Umbrüche in den vergangenen 80 Jahren ließen Industriezweige verschwinden und neue entstehen, unabhängig von privaten oder volkseigenen Eigentumsformen. Die 1949 begonnene Verarbeitung von Kunststoffen war für Ottendorf-Okrilla viele Jahre ein wichtiger Industriezweig und wird in der Gegenwart durch mehrere kleinere Firmen fortgeführt. Die Glasindustrie wurde Geschichte und Sägewerke gibt es ebenfalls nicht mehr. So wird das heutige Ottendorf-Okrilla durch neue Industriegewerbe, Logistik- und Handelsfirmen, aber auch wieder durch viele neue Einwohner geprägt. Eines der größten Gewerbegebiete Sachsens und die neuen Wohnansiedlungen um den Wachberg sprechen für diese Entwicklung der Industriegemeinde.



Quelle Geschichte:
D. Mauerhoff, Heimatverein Ottendorf-Okrilla e.V. , red. aktualisiert